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Zeremonialtexte der dritten Dynastie

Neu

- Pap. Ramesseum B + E und der Schabakostein –

Neu herausgegeben, bearbeitet und übersetzt mit 76 Abbildungen.

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Mit der Neubearbeitung dreier archaischer Texte, die sämtlich aus dem Beginn der 3. Dynastie stammen und unter König Netjerichet / Djoser zusammengestellt wurden, ist ein Ensemble von Texten erhalten geblieben, das Kennzeichen höchsten Alters aufweist, denn einige Spuren dieser Texte reichen sogar in die vorgeschichtliche (und damit noch schriftlose) Zeit hinein, andere Merkmale sind im bereits Laufe der 5. und 6. Dynastie im Alten Reich veraltet und aus der Mode gekommen und finden sich auch nicht in den Pyramidentexten. Die Erhaltung dieser drei Texte wird dem Umstand verdankt, daß zwei davon in einer Abschrift des Mittleren Reiches zu uns gelangt sind und in einem Bücherkasten im Grab eines Schriftgelehrten und Zauberers der 13. Dynastie erhalten blieben. Das Grab war von Grabräubern verwüstet und geplündert. Der Kasten wurde in einem Grabschacht entdeckt, der unterhalb der Magazine des Ramesseums in Westtheben entdeckt wurde. Im Kasten mit dem Abbild des Anubis auf dem Deckel (Verbleib heute unbekannt), waren mehr als 20 verschiedene Papyrusrollen, magisch-religiöse Beschwörungstexte, zwei Literaturwerke des klassischen Ägyptens, die Abschriften von Sinuhe und vom Beredten Bauern, eine Hymnenrolle auf den Krokodilgott Sobek, die Abschriften von Briefen aus den Festungen von Nubien und ein Wörterbuch (sog. Onomastikon). Leider hat das Grundwasser und die Länge der Zeiten, sie stammen etwa aus der Zeit 1800 v. Chr., diesen Papyri übel mitgespielt und sie bis auf Reste zerfallen lassen. Zu diesem Konvolut von Papyrusrollen gehören auch unsere beiden Texte Pap. Ramesseum B - der Dramentext - und Pap. Ramesseum E, die von GARDINER so genannte ‚Funerary Liturgy’, beide leider in schlechter Erhaltung und großenteils zerstört. Ein ähnliches Geschick hat der Text des sog. Schabakosteines erlebt (London, British Museum, Inv. EA 498), den der äthiopische König in Memphis im Ptahtempel als „von Würmern zerfressene Schrift“ entdeckt hatte, „deren Anfang und Ende man nicht mehr erkennen konnte.“ Voller Ehrfurcht vor diesem alten Text ließ er das, was von ihm noch vorhanden war, auf eine Granitplatte übertragen, einen Dramenteil und ein Stück Prosa, das im Anschluß an das Drama zusätzlich auf dem Papyrus geschrieben war. Die nachträgliche Verwendung dieser Platte als Mühlstein hat allerdings dafür gesorgt, daß von dieser Schrift mehr als die Hälfte verloren ging, so daß nur die Anfangs- und Schlußzeilen des Schriftstückes erhalten blieben. Alle drei Texte zeichnen sich durch altertümliche Spracheigentümlichkeiten und durch Besonderheiten der Schrift aus: Sie sind in gerahmten Kolumnen geschrieben gewesen (beide Dramentexte), in schön geschriebenen Kursivhieroglyphen (die beiden Ramesseumpapyri) und in Umrißhieroglyphen (Schabakostein). Alle drei Texte haben rechts gerichtete Buchstaben, sind in Kolonnen geschrieben, müssen aber gegen die Schreibrichtung von links nach rechts gelesen werden. Das Aussehen der heute stark zerstörten Papyri ist durch die Abzeichnung bei der Abwickelung und Bergung der zerbrechlichen Fragmente erhalten geblieben. Fotos der Papyrusreste zeigen die erhaltenen Schriftspuren teils sehr undeutlich (Lichtdrucke Taf. 1-11 bei Sethe), so daß man auf die Abzeichnungen angewiesen ist. Von der ‚Funerary Liturgy’ ist bisher kein Foto, sondern nur eine Nachzeichnung veröffentlicht worden.