Kurze Sprachlehre des Altägyptischen Vergrößern

Kurze Sprachlehre des Altägyptischen

Neu

Basisgrammatik für Fortgeschrittene

Mehr Infos

13,00 €

Mehr Infos

Es ist immer ein Wagnis, neue Wege zu beschreiten, und schon ganz und gar auf dem Gebiet der ägyptischen Grammatik. Abgesehen davon, daß ein spezielles Lexikon existiert, gibt es aber weltweit nur eine einzige Grammatik des Altäyptischen, die von Prof. Edel bearbeitet wurde. (Bd 2 ist 1965 erschienen). Abgesehen davon, daß die mehr als 1000 Paragrafen die komplizierte Sprache auch ihrerseits nur unzureichend darstellen können, lehnt sich der Text der Grammatik eng an die bislang erschienenen Sprachlehren des Mittelägyptischen an, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, daß zwischen AR und MR ein Sprachbruch zu verzeichnen ist, der u.a. in den sog. Sargtexten erkennbar wird. Eine Grammatik der Ersten Zwischenzeit existiert derzeit nicht, so daß der Übergang zwischen Alt- und Mittelägyptisch bislang viel harmonischer aufgefaßt wurde, als er tatsächlich war. Reste davon, erfährt man in der Literatur, müssen später aber noch greifbar gewesen sein, denn „ein Mann des Kataraktengebietes konnte sich mit einem Mann aus dem Delta nur mühsam verständigen“. Das deutet auf Dialekte hin, die teils älteres Sprachgut mitgenommen haben. Der Umbruch muß so ähnlich gewesen sein wie in Mitteleuropa der Übergang vom Mitteldeutschen ins (Neu)hochdeutsche, nur daß in Ägypten ein ganzes Volk daran beteiligt war, in Deutschland aber aufgrund der Zersplitterung in vielerlei Kleinstaaten ein solcher Übergang zum (Neu)hochdeutschen von „Provinz“ zu „Provinz“ verschieden schnell vonstatten ging (vgl. Hochdeutsch, Plattdeutsch und Bayerisch); das hatte mit dem Buchdruck zu tun, der in Ägypten ja gar nicht existierte, in Deutschland dagegen seine eigene Dynamik entwickelte, so daß jede Druckerei eigene Schreibgewohnheiten und Satzzeichen entwickeln konnte. Thor und seyn sind z.B. Leitmotive des Neuhochdeutschen, das erst 1904 durch den Duden seine Rechtschreibung vereinheitlicht hat, wobei diese Lautung zu bloßem t vereinfacht wurde. Wie unterschiedlich in nur 500 Jahren die deutsche Sprache sich geändert hat, sollen ein Beleg wiedergeben. Das Zitat stammt aus dem NT von Luther, der als erster 1517 die ganze Bibel übersetzt hat:
E
4

Syntemal sichs viel vnter wurden haben zu stellen die rede von den geschichten / so vnter vns ergangen sind / wie vnns das geben haben / die von anfang selbsichtige und diener des worttes gewesen sind / hab ichs auch fur gutt angesehen / nach dem ichs alles von forne an / mitt fleys erfolget habe / das ichs zu dyr / meyn guter Theophile / ordentlich schrybe / auff das du dich erkundigest eines gewissen grunds / der wort / wilcher du unterrichtet bist. Zu der zeyt Herodes / des konies Judee / war eyn priester... (Lucas 1,1 f)

Im Gegensatz zu herkömmlichen ägyptischen Grammatiken geht dieses Lehrbuch von Strukturen aus, die es mit den Phänomenen der Hieroglyphen in Verbindung bringt. So entsteht eine neue Sichtweise der Spracheigentümlichkeiten des Altägyptischen.

Danken möchte ich den Freunden, meinem Lebensgefährten Harald, der einen wesentlichen Zuschuß zu den Druckkosten geleistet hat (Wörterbuch der ägyptischen Sprache), meinem Verleger Christoph sowie meinem stets geduldigen „Sekretär“ Oliver.

Berlin, 29. Oktober 2018 Dr. Wolfgang Kosack