Collectanea Coptica Vergrößern

Collectanea Coptica

ISBN: 978-3-906206-13-4

Neu

Die titellose gnostische Schrift „Traktat vom Urvater Sêtheus“ aus dem Codex Brucianus. Nag Hamadi Codex VI, 48-51, 23 Platons Politeia in einer koptischen Übersetzung Schenute oder nicht? (Pierpont-Morgan-Library/New York + Univ. Michigan) Die koptischen Psalmenkonkordanzen Lesen und Schreiben im Ägypten der Spätantike

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20 Artikel

75,00 €

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In diesem Sammelband habe ich 5 verschiedene Studien zusammengestellt, die
eigentlich für eine Einzelveröffentlichung vorgesehen waren, wegen ihres
geringen Umfanges aber besser in einem solchen Sammelband Unterschlupf
finden.
Der erste Beitrag handelt von einem sehr späten gnostischen Text, den ich
„Traktat des Urvaters Sêtheus“ genannt habe. Er hat die originale
Schriftaufteilung sowie eine völlig neue Übersetzung zu seinem Inhalt; zugleich
habe ich hier die spätgnostischen Vokabeln zusammengestellt und übersetzt, die
in diesem Traktat und vor allem in der Pistis Sophia so überaus häufig zum
Einsatz kommen.
Der zweite Beitrag zeigt, daß die Gnostiker auch an Platons Politeia nicht
vorbeigehen konnten. Sie haben das Ende eines Nag Hamadi Kodex VI mit den
Auszügen einer koptischen Übersetzung des Plato ausgefüllt, freilich ist diese
Übersetzung, allein schon wegen der Schwierigkeit des klassischen Griechisch,
sehr frei – und damit auch ziemlich unverständlich geworden.
Der dritte Beitrag befaßt sich mit der Frage, ob man Schenute-Predigten an
seinem Stil erkennen kann oder nicht? Manuskripte aus der Pierpont-MorganLibrary/New
York und der Univ. Library of Michigan werden daraufhin
untersucht. Im letzten Beispiel kommt eine interessante Predigt über
altägyptische Hieroglyphen zur Sprache, die Schenute geschrieben und
gepredigt hatte, als die heidnischen Priester noch in Amt und Würden waren und
offenbar Hieroglyphen lesen konnten (um 420 n. Chr.!).
Der vierte Beitrag behandelt koptische Psalmenkonkordanzen. Es sind höchst
modern anmutende Listen von Stichwörtern mit Zahlenangaben, die in
verschiedenen Sammlungen und Museen verstreut ihr Dasein fristen und die hier
zum ersten Mal veröffentlicht und bearbeitet werden.
Der fünfte Beitrag beschäftigt sich mit dem Problem des Lesen- und
Schreibenlernens in der Spätantike in Ägypten. Hier sind einige Anregungen zu
gewinnen, die auch für die heutige Zeit noch ihre Gültigkeit besitzen.

Berlin, 1. Mai 2015 Dr. Wolfgang Kosack